Smirting: Flirten beim Rauchen in Wels

Die Welser Gäste akzeptieren das Rauchergesetz, trotzdem machen die Beislwirte weniger Umsatz. Gefürchtet wird die kalte Jahreszeit, da Raucher deshalb eher zuhause bleiben als im Freien zu rauchen.

Die Straßen in Wels sind seit dem Inkrafttreten des Rauchverbotes voller geworden. Besonders zu abendlicher Stunde ist die Stadt belebter. Vor den Lokalen stehen manchmal mehr Gäste als drinnen. Viele Lokale haben ihre Außenbereiche mit Wärmestrahlern und warmen Decken versehen, um es den rauchenden Gästen gemütlich zu machen.

Auch Nichtraucher stehen draußen
Da sich die Raucher mittlerweile daran gewöhnt haben, sich ihren Kaffee oder ihr Bier bei Zigarette in Freien zu gönnen, gehen diese meist gar nicht mehr in die Lokale zurück, sondern verbringen die gesamte Zeit im Freien. Das führt dazu, dass sich auch die nichtrauchenden Gäste zu den Rauchern in die frische Luft setzen, da sie nicht alleine im Lokal zurückbleiben wollen.

SMIRTING – Raucher flirten jetzt mehr
Die Raucherecken unter freiem Himmel werden auch immer mehr zur Flirtzone. Man solidarisiert sich schnell als Raucher, gibt sich gegenseitig Feuer und kommt schnell ins Gespräch. In den USA hat sich der Begriff „Smirting“ schon lange eingebürgert. Dieser setzt sich aus den Wörtern „smoke“ und „flirting“ zusammen. Es wird bereits gewitzelt, dass durch das neue Gesetz manch Nichtraucher bald zum Glimmstängel greifen wird.

Kleine Beisl leiden
Das Rauchverbot hindert die Welser nicht am Fortgehen, trotzdem merken die Wirte einen Umsatzrückgang. Gerade kleine Beisl leiden unter der neuen Regelung. „Wir haben ein Drittel weniger Umsatz“, sagt Andrea Honetschläger vom Café Servus. Sie selbst ist Nichtraucherin, aber als Geschäftsfrau stand sie lieber in einem verrauchten Lokal mit mehr Umsatz. Am Kaiser-Josef-Platz raucht der Wirt des „Don Carlos“ selbst mit seinen Gästen vor dem Lokal. Er sieht es entspannt: „Ich werde wohl einen Mitarbeiter entlassen, um den Umsatzrückgang auszugleichen.“

Shisha-Bars leiden am meisten
Die größten Leidtragenden des neuen Gesetzes sind die Betriebe, bei denen das Rauchen die Geschäftsgrundlage ist: Shisha-Bars. Die Gäste konsumieren dort neben Getränken den Rauch aus Wasserpfeifen – was nun auch verboten ist, wenn es nicht im Freien passiert. Erdi Demir betreibt mit dem Deja-Vu in der Almgasse eines der bestgehenden Shisha-Lokale der Stadt. Er steht nun nach vielen erfolgreichen Jahren vor dem Aus. 

Klage bei VfGH abgewiesen
Eine Klage einiger Shisha-Barbetreiber beim Höchstgericht wurde bereits abgewiesen. „Ich verstehe das nicht. Man geht ja auch nicht in einen Burgerladen, um nur eine Cola zu trinken, sondern einen Burger zu essen“, so Shisha-Bar-Betreiber Demir. Bei einer Schließung seines Lokals verlieren sechs Leute ihren Job.

Hohe Strafen
Für Gesetzesbrecher kann es teuer werden. Beim ersten Mal zahlt der Wirt 200 Euro und der Gast 100 Euro. Wenn sich ein Wirt mehrmals nicht an das Gesetz hält, kann die Strafe bis zu 10.000 Euro steigen.